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Kapelle Mariä Verkündigung

Geschichte    Innenraum    Kreuzweg    Renovierungen    1985    2010    Jubiläum 100 Jahre    G`schichten um die Geschichte
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Kapelle Schwand

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Kapelle Schwand

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Kapelle Schwand

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Kapelle Schwand

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Kapelle Schwand


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Ortseingang Schwand

Die 1910 erbaute Kapelle in Schwand befindet sich an der Straße von Parkstein kommend unmittelbar am Ortsanfang. Die Außenmaße der Kapelle betragen 4,10 m in der Breite sowie 5,70 m in der Länge und bietet somit Platz für mindestens 20 Gläubige. Die Höhe des Glockenturms beträgt 7,60 m. Seit jeher wird die Kapelle für ein Jahr von einem Haushalt der Ortschaft betreut. Reihum wird der Schlüssel der Kapelle als obligatorisches Zeichen am Neujahrstag an die nächste Familie weitergereicht. Neben der Pflege der Kapelle und dessen Umfeld sind auch die entsprechenden Andachten abzuhalten bzw. die Vorbeter zu stellen. Während der Fastenzeit finden an den jeweiligen Sonntagen um 13:00 Uhr Kreuzwegandachten statt. Am Karfreitag um 9:00 Uhr. Im Monat Mai werden jeweils an den Sonntagen um 19:00 Uhr Maiandachten abgehalten. Im Monat Oktober wird an den jeweiligen Sonntagen um 13:00 Uhr ein Rosenkranz gebetet.

Geschichte

Nach Archivunterlagen der Pfarrei Parkstein bestand bereits 1851 eine Dorfkapelle in der Ortschaft Schwand. Es handelte sich um ein Holzbauwerk welches um die Jahrhundertwende baufällig wurde.

Schreiben von Jakob Düval von der Glockengießerei Amberg vom 21.Juli 1856
Hochwürdiger Herr Pfarrer! ...daß die Glocke nach Schwand fertig und zu jeder Stund kann abgeholt werden. Sie wiegt netto 60 Pfund.

Die Glocke ist der Hl. Susanne geweiht und fand 1910 beim Neubau der heutigen Kapelle ihre weitere Verwendung. Früher musste die Glocke per Hand mit dem Glockenstrang zum Läuten gebracht werden. Seit dem Stromanschluß der Kapelle im Jahre 1967 übernimmt dies ein Läutwerk. Die Glocke ruft 3 mal täglich zum Gebet (Angelus).

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Anwesen Weidner

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Datierung

1910
Der Baumeister Josef Weidner aus Schwand erbaute unter Mithilfe der Dorfbewohner auf seinem Grundstück die heutige Kapelle. In späteren Jahren ging die Kapelle samt Grund an die Ortschaft Schwand über. Da eine Schenkung mit bürokratischen Hürden verbunden war, wurde obligatorisch "Eine Mark" gezahlt.

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Kapelle Schwand um das Jahr 1960

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Pfarrer
Johann Mühlfenzel

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Kapelle Schwand um das Jahr 1960

1911
Die Kapelle und der Kreuzweg wurden von Pfarrer Johann Mühlfenzel benediziert.
Johann Mühlfenzel wurde am 02.08.1866 geboren. Er war vom 19.05.1904 bis 28.05.1913 Pfarrer in Parkstein. Danach in Windischeschenbach.


Schreiben vom Bischöfl. Ordinariat Regensburg, J. Hierl, vom 25. Oktober 1911

 Auf das Gesuch vom 18. d.M. hin erteilen wir die oberhirtliche Erlaubnis und Vollmacht zur Weihe der neuerrichteten Kapelle in Schwand. Bei der Weihe, welche ganz einfach ohne besondere Feierlichkeit vorgenommen werden soll, zu der Herr Pfarrer auch einen anderen Priester abordnen kann, ist die Kapelle unter Abbeten des Ps. Miserere innen und aussen mit Weihwasser zu besprengen und ist die Oratio DEUS QUI LOCA...RIT. ROM. pg. 160 zu beten. Wir erteilen auch Herrn Pfarrer Mühlfenzel die Vollmacht, den Kreuzweg in genannter Kapelle zu errichten und zu weihen, setzen jedoch voraus, daß jede Kreuzwegstation mit einem hölzernen Kreuze versehen ist. Nach Errichtung und Weihe des Kreuzweges ist uns eine Abschrift der Errichtungsurkunde zu unseren Akten in Vorlage zu bringen..

Innenraum

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Kapelle Schwand Innenraum

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Kapelle Schwand Innenraum

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Kapelle Schwand Innenraum Altar

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Kapelle Schwand Innenraum

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Kapelle Schwand Gedenktafel


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Altarfigur unbeflecktes Herz Mariens

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Altarbild Mariä Verkündigung

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Altarfigur Heiligstes Herz Jesu

Der Innenraum der Kapelle mündet zum Altar hin in ein geschlossenes Halbrund, welches ansatzlos in das Deckengewölbe übergeht. Jeweils 4 Bankreihen mit Knieschemel bieten ausreichend Platz für 16 Personen. Im Zuge der Renovierung 1985 wurden noch 4 weitere Sitzplätze geschaffen. Bei einer Renovierung im Jahre 2010 wurde eine Bankheizung installiert. Entsprechend dem Patronat der Kapelle zeigt das Altarbild Mariä Verkündigung. Über dem Eingang ist eine Gedenktafel vermisster und gefallener Dorfbewohner aus beiden Weltkriegen angebracht.

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Wandfigur Mutter Gottes

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Wandfigur Heiliger Josef

An der rechten Wandseite wacht der Heilige Josef mit dem Jesuskind. In der rechten Hand eine weiße Lilie. Die Muttergottes zur Linken ist etwas Besonderes. Sie trägt eine Sonderform des Rosenkranzes mit 6 Gesätzen. Ein sogenannter Birgittenrosenkranz. Birgitta ist eine Heilige aus Schweden und lebte von 1303 bis 1373. Papst Johannes Paul II erhob Birgitta unter anderen mit der heiligen Edith Stein im Jahre 1999 zur Patronin Europas. Aus den Offenbarungen Birgittas (Revelationes) lässt sich das legendäre Alter Mariens von 63 Jahren errechnen. Entsprechend erhielt der Birgittenrosenkranz 6 Gesätze und 3 zusätzliche Ave Marias und sieben Vaterunser zur Erinnerung an die sieben Schmerzen Marias. Die in Gold dargestellten Perlen bedeuten zudem, dass es sich um einen glorreichen Rosenkranz handelt. Das einzige Kloster in Deutschland mit altem Zweig des Erlöserordens (Birgittinnen) ist das Kloster Altomünster in der Diözese München und Freising. Da der Kreuzweg in der Kapelle nachweislich aus München stammt, ist die Herkunft der Wandfiguren ebenfalls aus dem Raum München naheliegend. In der Gesamtbetrachtung stellen die beiden Wandfiguren die Heilige Familie dar.

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Kapelle Schwand Madonna

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Kapelle Schwand Mondsichelmadonna

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Kapelle Schwand Weihwasserkessel

Zur jeweiligen Gestaltung des Altars stehen neben dem Altarkreuz mit Leuchtern noch zwei Marienskulpturen zur Verfügung. Die eine Madonna wurde von der Familie Witt (Weber) aus Schwand nach der Genesung ihres Sohnes Karl von der Kinderlähmung in den 19?? iger Jahren gespendet. Die sogenannte Mondsichelmadonna (Offenbarung des Johannes; Mutter Gottes steht auf der Mondsichel) wurde von Zimmerermeister Josef Hauer aus Parkstein anlässlich der Renovierung im Jahre 1985 gestiftet. Der Weihwasserkessel aus Messing am Eingang links ist insoweit eine Besonderheit, da zwei kniende Engel am Fuße des Kreuzes in der Ikonografie eine seltene Kreuzigungsgruppe darstellt.

Kreuzweg

Der 1911 errichtete Kreuzweg mit 14 Stationen ist zu je 7 Stationen rechts und links über den gewölbten Fensternieschen angebracht. Die in Holzrahmen mit aufgesetztem Holzkreuz gefassten Bilder sind jeweils mit einer Glasscheibe geschützt. Geliefert wurde der Kreuzweg von der Kunstanstalt Josef Müller in München.

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Kapelle Schwand Kreuzweg

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Kreuzweg 1. Station

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Kreuzweg 2. Station

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Kreuzweg 3. Station

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Kreuzweg 4. Station


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Kreuzweg 5. Station

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Kreuzweg 6. Station

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Kreuzweg 7. Station

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Kreuzweg 8. Station

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Kreuzweg 9. Station


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Kreuzweg 10. Station

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Kreuzweg 11. Station

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Kreuzweg 12. Station

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Kreuzweg 13. Station

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Kreuzweg 14. Station


Renovierungen

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Kapelle Schwand Altarbild mit Signatur

Während der über 100-jährigen Geschichte der Kapelle nagte natürlich auch der Zahn der Zeit. So waren Renovierungen verschiedenen Umfangs zu gegebener Zeit erforderlich. Bis in die 1960-iger Jahre sind keine größeren Maßnahmen explizit bekannt.
1965 wurde offensichtlich der Altar renoviert bzw. überarbeitet. Sowohl das Altarbild als auch das Bild darüber tragen die Signatur G. Weigend 65. Gustav Weigend (geb. 1900 Hostau im Sudetenland, gest. 1974 Neustadt / WN) war zu dieser Zeit Lehrer an der Schule Parkstein.
1967 wurde der Stromanschluss mit einer Oberlandleitung zum Glockenturm hin hergestellt. Grund dafür war die Installation eines elektrischen Läutwerks. Schließlich musste die Glocke bis dahin 3 mal täglich per Hand mit dem Strang geläutet werden. Der Einbau des Läutwerks war letztlich schwieriger als geplant. Von den Proportionen her gibt der filigrane Glockenturm zwar der Kapelle ein harmonisches Gesamtbild, dies jedoch zu Lasten des Freiraums für die Glocke selbst. Bereits das Läuten per Hand war ein kleines Kunststück. Nur mit Geschick und vorheriger Anleitung älterer Dorfbewohner war der Glocke ein entsprechender Klang zu entlocken. Für ein Läutwerk war der Freiraum im Schwenkbereich der Glocke zu gering. Es musste ein Kompromiss aus Komfort und Optik eingegangen werden. Die beiden Rundbögen im Schwenkbereich mussten in ihrer Höhe ausgearbeitet werden.

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Kapelle Schwand 1980

1972 führte der SPD Ortsverband Parkstein, unter der Leitung von Werner Gersch, verschiedene Maßnahmen durch. Neben einem Farbanstrich wurde auch der Altar ausgebessert.

Bei einer weiteren Innenrenovierung in den 1970 iger Jahren fand auch eine Umgestaltung statt. Der Kreuzweg wurde abgenommen, da die Wände von einem Kirchenmaler mit Ornamenten versehen wurden.
In diesem Zeitraum wurde auch der Treppenaufgang geändert. Die ursprüngliche Treppe zur Straße hin wurde durch ein Podest mit zwei seitlichen Aufgängen ersetzt.

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Kapelle Schwand 1983

1983 musste das elektrische Läutwerk erneuert werden. Im Zuge dieser Arbeiten wurde auch der Stromanschluss der Kapelle geändert. Der Anschluss per Oberlandleitung wurde durch einen Erdanschluss ersetzt.

Nicht zuletzt durch die Maßnahme von 1983, wurden gravierende Mängel an der Bausubstanz erkennbar. Insbesondere ein Riss quer durch die Kapelle gab Anlass zur Sorge.

Die Dorfgemeinschaft Schwand und insbesondere der Ortssprecher Lorenz Hösl befassten sich mit einer erforderlichen Sanierung.

1985 fand somit die umfangreichste Renovierungsmaßnahme in der Geschichte der Kapelle statt. Um der Rissbildung entgegen zu wirken, musste die Portalseite mit einem Fundament unterfangen werden. Zudem wurde ein sogenannter Ringanker gesetzt. Der Dachstuhl wurde ausgebessert und die Lattung erneuert. Eine besondere Herausforderung war das Eindecken der neuen Dachziegel. Im Bereich der Dachrundung musste jeder einzelne Dachziegel nach Muster zugeschnitten werden. Der Glockenturm wurde neu eingeblecht und Dachrinnen wurden angebracht. Die ursprüngliche Wetterfahne auf dem Glockenturm wurde durch ein Kreuz aus Schmiedeeisen ersetzt. Der Außenputz wurde komplett in seiner ursprünglichen Form erneuert. Im Inneren der Kapelle mussten neben den Malerarbeiten die Holzpodeste der Bestuhlung erneuert werden. An den vordersten Bankstirnflächen wurden zusätzliche Sitzbänke angebaut. Der Altar wurde überarbeitet und der vor Jahren abgenommene Kreuzweg wurde wieder angebracht.

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Kapelle Schwand Renovierung 1985

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Kapelle Schwand Renovierung 1985

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Kapelle Schwand Renovierung 1985

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Kapelle Schwand Renovierung 1985

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Kapelle Schwand Renovierung 1985


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Kapelle Schwand Renovierung 1985

Unter fachlicher Leitung des Architekten Josef Schöberl aus Parkstein, erbrachten die Schwander, allen voran Ortssprecher Lorenz Hösl, ca. 1.000 freiwillige und kostenfreie Arbeitsstunden. Architekt Schöberl arbeitete ebenfalls unendgeltlich und kam zudem für die Materialkosten von Edelputz und Farbanstrich auf.
Gesamtkosten der Maßnahme: 26.278,21 DM (13.435,84 €). Dieser Betrag wurde wie folgt finanziert.
9.762,22 DM (4.991,34 €) Zuschuss der Marktgemeinde Parkstein.
5.000,00 DM (2.556,46 €) Zuschuss der bischöflichen Finanzkammer.
5.562,87 DM (2.844,25 €) Spenden.
5.953,12 DM (3.043,78 €) Eigenmittel der Ortschaft Schwand.
Pressebericht
Am Donnerstag (Mariä Himmelfahrt), den 15.08.1985, wurde die Kapelle mit einem Festgottesdienst (witterungsbedingt dann eine Andacht), gestaltet von Pfarrer Leonhard Schinner und Pater Johannes Pausch, wieder ihrer Bestimmung übergeben.

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Pfarrer
Leonhard Schinner

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Pater
Johannes Pausch

Leonhard Schinner wurde am 02.04.1933 geboren. Er wurde 1958 zum Priester geweiht und war vom 01.09.1982 bis 31.08.2001 Pfarrer in Parkstein. Zuvor war Pfarrer Schinner vom 01.05.1969 bis 31.08.1982 Expositus in Kirchendemenreuth.
Pater Dr. Johannes Pausch (Hubert Pausch) wurde am 30.04.1949 in Parkstein geboren. Er wurde 1975 zum Priester geweiht und feierte seine Primiz in Parkstein. Pater Dr. Johannes Pausch ist seit 2004 Erster Prior des Europaklosters Gut Aich in St. Gilgen. Pater Pausch ist auch als Buchautor bekannt.

Anschließend gab es eine kleine Feier. Pressebericht

2010 stand das 100-jährige Jubiläum der Kapelle an. Vor diesem Hintergrund war natürlich ein entsprechendes Erscheinungsbild der Kapelle angezeigt. Dank der umfangreichen Sanierung 1985 waren keine besorgniserregenden Baumängel erkennbar. Dennoch gingen die letzten 25 Jahre nicht spurlos vorüber. Ausbesserungs- sowie Wartungsarbeiten an Dach und Läutwerk waren zu erledigen. Sowohl die Aussenfassade als auch der Innenraum wurden frisch gestrichen. Im Innenraum wurde zudem eine Bankheizung installiert. Ein besonderes Augenmerk wurde auf das Umfeld der Kapelle gelegt. Die Treppe wurde komplett neu belegt und die Zugänge mit einem Kleinsteinpflaster befestigt. Aus diesem Grunde musste auch das Geländer abgeändert und überholt werden. Als Abschluss zur Straßenkante wurde eine Pflasterzeile gelegt. Neben Maler- und Reinigungsarbeiten an Fenstern und Türe musste auch der Altar nachgebessert werden. Pressebericht

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Kapelle Schwand Renovierung 2010

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Kapelle Schwand Renovierung 2010

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Kapelle Schwand Renovierung 2010

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Kapelle Schwand Renovierung 2010

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Kapelle Schwand Renovierung 2010

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Kapelle Schwand Renovierung 2010

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Kapelle Schwand Renovierung 2010

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Kapelle Schwand Renovierung 2010

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Kapelle Schwand Renovierung 2010

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Kapelle Schwand Renovierung 2010


Mit Hintergrund der umfangreichen Renovierung im Jahre 1985 war es für Architekt Josef Schöberl aus Parkstein geradezu ein Bedürfnis die erforderlichen Maßnahmen festzulegen und zu planen. Wiederum übernahm der Architekt die Bauleitung unentgeltlich. "Mir liegt diese Dorfkapelle am Herzen", so Schöberl. Mit Ortssprecher Michael Hösl an der Spitze wurden die erforderlichen Maßnahmen akribisch und konsequent von zahlreichen Helfern des Orts umgesetzt. Dabei wurde ein wahrer Kraftakt vollbracht. Schließlich war die Kapelle nicht die einzige Freizeitbaustelle im ersten Halbjahr 2010. Neben dem ehemaligen Feuerwehrgerätehaus und dem Wiegehaus, die beide ebenfalls renoviert wurden, hatte man das Buswartehäuschen komplett erneuert. Zudem war nebenher noch eine Jubiläumsfeier zu planen und vorzubereiten. Für die Kapellenrenovierung leisteten die Schwander rund 500 kostenfreie Arbeitsstunden. Die Maßnahmen im Umfeld der Kapelle wurden im Zuge der Dorfsanierung von der Marktgemeinde Parkstein finanziert. Die Renovierungskosten für die Kapelle selbst von 5.636,02 € stemmte die Ortskasse Schwand. Pressebericht

Jubiläum 100 Jahre Kapelle

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100 Jahre Kapelle Schwand 2010

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100 Jahre Kapelle Schwand 2010

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100 Jahre Kapelle Schwand 2010

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100 Jahre Kapelle Schwand 2010

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100 Jahre Kapelle Schwand 2010


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100 Jahre Kapelle Schwand 2010

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100 Jahre Kapelle Schwand 2010

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100 Jahre Kapelle Schwand 2010



In Vorbereitung auf das Jubiläumsfest wurde am Samstag, den 14.08.2010, als äußeres Zeichen auf dem Dorfplatz ein "Kirwabaum" aufgestellt. Sowohl für die Gestaltung, als auch dessen Umsetzung und das Aufstellen, zeigte sich Hans Bösl jun. verantwortlich. Nach getaner Arbeit wurden bei einem "Feieraomdseidl" die letzten Details für das bevorstehende Fest besprochen.

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100 Jahre Kapelle Schwand 2010

Oberstes Ziel bei den Vorbereitungen war es natürlich dem Anlass entsprechend einen würdigen Rahmen zu schaffen. Wissentlich einer bevorstehenden Primiz in der hiesigen Pfarrei St. Pankratius Parkstein am 04.07.2010, trat man so bereits frühzeitig an den angehenden Priester heran. Die Bitte den Festgottesdienst zu zelebrieren, erfüllte Josef Hausner bereitwillig mit einer spontanen Zusage. Auch für den Bürgermeister von Parkstein waren keinerlei Überredungskünste von Nöten. "Es ist mir eine Ehre für diese Feierlichkeit die Schirmherrschaft zu übernehmen", so Hans Schäfer. Für die Jugendblaskapelle Parkstein war es geradezu ein Bedürfnis für die musikalisch Umrahmung des Festgottesdienstes zu sorgen. Mit Musik, Speis und Trank unter freiem Himmel wollte man den Besuchern und Gästen ein kurzweiliges Tagesprogramm bieten. Entsprechend liefen die Vorbereitungen in diese Richtung. Nichts sollte dem Zufall überlassen werden. Eine Unbekannte blieb jedoch. Das Wetter. Schließlich war der Sommer und insbesondere der August 2010 regenreich und nasskalt. Als Plan B stand in unmittelbarer Nähe zur Kapelle eine Halle zur Verfügung.
Am Sonntag, den 22.08.2010, war es dann soweit. Für viele der Helfer begann der Tag bereits um 5:00 Uhr morgens. Denn nicht alle Arbeiten konnten im Vorfeld erledigt werden. So musste die Ortsdurchfahrtstraße, die mit behördlicher Genehmigung gesperrt wurde, als Festplatz hergerichtet werden. Viele helfende Hände liesen jedoch keinen Zweifel über das zeitige Gelingen aufkommen. Und mit Tagesanbruch wurde noch eines klar. Der Himmel hatte ein Einsehen und lachte. Es war Kaiserwetter. Pünktlich um 9:30 Uhr rief die Glocke des Jubilars zum Festgottesdienst. Primiziant Josef Hausner und Pfarrer Jacob Eder zelebrierten erwartungsgemäß einen feierlichen Gottesdienst. Predigt Musikalisch gestaltet von der Jugendblaskapelle Parkstein unter der Leitung von Dirigent Alfons Steiner. Nach dem geistlichen Teil begrüßte Ortssprecher Michael Hösl die zahlreichen Gäste. An Kaplan Josef Hausner, Architekt Josef Schöberl und Bürgermeister Hans Schäfer wurden Erinnerungsgeschenke überreicht. Bürgermeister und Schirmherr Hans Schäfer fand lobende Worte für das Geleistete und überreichte eine Spende. Michael Hösl eröffnete den gemütlichen Teil und wünschte allen einen angenehmen Aufenthalt. Die Besucher der umliegenden Orte und insbesondere die Parksteiner belohnten das gut organisierte Fest mit ihrem Bleiben und kosteten das reichhaltige Angebot an Getränken und Speisen. Bis zu den späten Nachmittagsstunden waren die bereitgestellten Sitzgelegenheiten gut gefüllt. Die Aufräumarbeiten wurden mit dem gleichen Engagement erledigt wie auch alle anderen Arbeiten bei der Vorbereitung und der Durchführung. Nahezu jeder Schwander war in irgend einer Weise im Vorfeld oder im Ablauf eingebunden. So stellten die Frauen des Orts beispielsweise für das Nachmittagsbüffet an die 100 Kuchen und Torten zur Verfügung. Sowohl für Schwander, als auch für alle Besucher war es ein bleibendes Erlebnis. So bleibt nach vielen Arbeitsstunden und einem rundrum gelungenem Fest ein positives und kurzes Fazit. Alles richtig gemacht. Pressebericht     Bericht der Pfarrei St. Pankratius Parkstein
Jacob Eder wurde am 05.03.1942 geboren. Er wurde 1969 zum Priester geweiht und war vom 01.09.2001 bis 09.09.2012 Pfarrer in Parkstein.

weitere Bilder vom Jubiläumsfest
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100 Jahre Kapelle Schwand 2010

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100 Jahre Kapelle Schwand 2010

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100 Jahre Kapelle Schwand 2010

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100 Jahre Kapelle Schwand 2010

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100 Jahre Kapelle Schwand 2010


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100 Jahre Kapelle Schwand 2010

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100 Jahre Kapelle Schwand 2010

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100 Jahre Kapelle Schwand 2010

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100 Jahre Kapelle Schwand 2010

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100 Jahre Kapelle Schwand 2010

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100 Jahre Kapelle Schwand 2010

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100 Jahre Kapelle Schwand 2010

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100 Jahre Kapelle Schwand 2010

G`schichten um die Geschichte

100 Jahre ohne Namen
Bis zu den Festvorbereitungen im Jahre 2010 war die Kapelle ohne Namen. Umgangssprachlich war es nur die Kapelle in Schwand. Auch ist keine mündliche Überlieferung bekannt. Bei einem Vorbereitungsgespräch zum Jubiläum forschte Pfarrer Jacob Eder nach. Auch in den Unterlagen der Diözese war die Kapelle ohne Patronat geführt. Ausschlaggebend ist in aller Regel das Altarbild, so Pfarrer Eder. Das Bildnis zeigt eindeutig Mariä Verkündigung. Entsprechend sodann auch das Patronat der Kapelle. Die Unterlagen der Diözese wurden daraufhin ergänzt.
Die Glocke als Munition
Während der Kriegsjahre von 1939 bis 1945 fielen in ganz Deutschland zahlreiche Kirchenglocken der Rüstungsindustrie zum Opfer und landeten im Schmelztiegel. So sollte 1942 auch die Glocke von Schwand von der Wehrmacht abgeholt werden. Da bei der Erbauung der Kapelle damals mehr oder minder um die Glocke herum gebaut wurde, sollte gar der Glockenturm abgerissen werden. Dank des massiven Widerstands einzelner Dorfbewohner und insbesondere des Erbauers Josef Weidner, konnte man das Vorhaben verhindern. Somit blieb den Schwandern die Glocke erhalten.
Die Glocke und das Unwetter
Die Glocke ist der Hl. Susanne geweiht. Die Hl. Susanne (Susanna) ist die Patronin der Stadt Rom und wird unter anderem gegen Unwetter angerufen. Nach mündlicher Überlieferung haben die Schwander zum Unmut umliegender Dörfer bei Sturm die Glocke geläutet. So entluden sich die Unwetter nicht in Schwand, sondern im Umkreis. Einige Orte forderten die Schwander ernsthaft auf das Läuten bei Unwetter zu unterlassen.
Mia hom heia as Lait`n
Bis zum Stromanschluß der Kapelle im Jahre 1967 musste die Glocke per Hand mit dem Strang geläutet werden. Da die Kapelle jedes Jahr von einer anderen Familie betreut wird, war gerade das Läuten bis dahin neben der Pflege und den abzuhaltenden Andachten, eine besondere Herausforderung. Schließlich sollte die Glocke 3 mal täglich zum Gebet rufen. Gerade ältere Dorfbewohner achteten peinlichst genau auf die Einhaltung. So war es zu dieser Zeit gang und gäbe die Feldarbeit zu unterbrechen und ins Dorf zu gehen um die Glocke zu läuten. Mit unter sagte man früher, und teilweise noch heute, umgangssprachlich für die Betreuung der Kapelle: "mia hom heia as Lait`n" (Mir haben heuer das Läuten).
Je ein Vaterunser als Buße
Natürlich wurde ein Gebetläuten mit der Glocke auch mal vergessen. Von einer bereits verstorbenen Dorfbewohnerin ist überliefert, dass sie diese "Untat" bei der Beichte vortrug. Als Buße musste sie pro Einwohner des Dorfes (damals ca. 130) einen Vaterunser (könnte auch ein Ave Maria gewesen sein) beten.

Vergelt`s Gott

all den Menschen die diese Kapelle erbaut, renoviert und gepflegt haben. Vergelt`s Gott auch denen, die gespendet und nicht zuletzt denen, die in und für die Kapelle gebetet haben. Möge diese Gebetsstätte für immer ein Ort der Hoffnung, in Freud aber auch im Leid, bleiben.

Recherchiert und verfasst von Ewald Köstler.

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