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Arma Christi Kreuz

Geschichte ab 1935    Wiedererrichtung 1980    Scheyerer Kreuz der falsche Name    Symbolerklärung Arma Christi Kreuz
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Arma Christi Kreuz Schwand 2011

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Arma Christi Kreuz Schwand 2011

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Arma Christi Kreuz Schwand 2014

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Arma Christi Kreuz Schwand 2010

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Arma Christi Kreuz Schwand 2008


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Arma Christi Kreuz Schwand 2004

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Arma Christi Kreuz Schwand 2011

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Arma Christi Kreuz Schwand 2016

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Arma Christi Kreuz Schwand 2012

In unmittelbarer Nähe zur Mariä Verkündigungs Kapelle steht am Fuße einer imposanten Dorflinde in Schwand ein Arma Christi Kreuz. Das über 5 Meter hohe Kreuz ist neben der Christusfigur und einer Madonna mit 20 Symbolen (Waffen, Werkzeuge) der Leidensgeschichte bestückt. Es heißt daher Arma (Waffen) Christi Kreuz oder Passionskreuz. Fälschlicherweise wird das Kreuz oft als Scheyerer Kreuz bezeichnet. Das Kreuz wurde 1936 errichtet und geweiht. Wegen Verwitterung und eines standortbedingten Kiesabbaus wurde das Kreuz anfangs der 60ziger Jahre entfernt. Eine Wiedererrichtung am heutigen Standort fand 1980 statt. Sowohl die Pflege als auch die Instandhaltung obliegt der Dorfgemeinschaft Schwand. Über die Wintermonate werden die Figuren und der Leidenswerkzeug zum Schutz vor Verwitterung abgebaut.

Allgemeine Geschichte

Lateinisch arma bedeutet Waffen und steht für die Leidenswerkzeuge bei der Kreuzigung. Ein Arma Christi Kreuz wird daher auch Waffen Christi Kreuz oder Passionskreuz genannt. Beim Arma Christi Kreuz handelt es sich um ein Kreuz, bei dem zusätzliche Gegenstände abgebildet sind, die sich entsprechend der Evangelien auf die Leidensgeschichte Christi beziehen. Um genügend Platz für die Gegenstände zu schaffen, ist der Längsbalken teilweise sehr hoch gestaltet und das Kreuz hat oftmals einen zweiten Querbalken. Arma Christi Kreuze sind mit und ohne Korpus bekannt. Auch die Anzahl und Art der Waffen bzw. Werkzeuge ist unterschiedlich. In der christlichen Ikonografie ist ein Arma Christi Kreuz eine spezielle Form eines Andachtsbildes. Älteste Arma Christi Kreuzdarstellungen sind mittelalterliche Fresken. Seit etwa 1575 (Anfang Barockzeit) sind plastische Darstellungen bekannt. Arma Christi Kreuze finden sich an Außenwänden von Kirchen und als Flurdenkmäler. Sie gelten heute als Kostbarkeiten der Volkskunst. Verbreitungsraum sind hauptsächlich kath. Gebiete in Süddeutschland, Österreich, Südtirol, der Innerschweiz und Frankreich.

Geschichte Arma Christi Kreuz Schwand

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Arma Christi Kreuz Freilandmuseum Neusath-Perschen

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Freilandmuseum Neusath-Perschen

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Arma Christi Kreuz Schwand

Die Geschichte des Arma Christi Kreuzes in Schwand ist auf 2 Gegebenheiten zurückzuführen. Zum Einen auf das Arma Christi Kreuz in Baiern und zum Anderen auf die Familie Haueisen aus Schwand.
Das Arma Christi Kreuz in dem Ort Baiern bei Regensburg wurde 1873 errichtet und ist auch noch erhalten. Seit dem Jahre 1993 befindet sich ein exakter Nachbau im Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen. Dieses Baierner Kreuz war Vorbild für das Arma Christi Kreuz in Schwand.
Der in Schwand am 06.06.1878 geborene Maximilian Haueisen wurde 1903 zum Priester geweiht und war von 1928 bis zu seinem Tod im Jahre 1937 Pfarrer von Hainsacker. Sein Wirken in der Pfarrei war groß und hinterließ nachhaltige Spuren. Ihm zu Ehren wurde der Platz vor dem Pfarrheim nach seinem Namen benannt. Pfarrer Haueisen Platz.
Die ebenfalls in Schwand geborenen Gebrüder Haueisen, Josef, Max, Baptist und Ignaz, besuchten ihren Onkel des öfteren in seiner Pfarrei in Hainsacker. Bei diesen Besuchen entdeckten die Gebrüder das Arma Christi Kreuz am Ortsrand von Baiern. Der Ort Baiern liegt in unmittelbarer Nähe neben Hainsacker. Beeindruckt von dem Kreuz wurde die Idee geboren ein derartiges Kreuz auch in Schwand aufzustellen. Es blieb nicht nur bei einem Lippenbekenntnis, sondern die Idee wurde handwerklich in die Tat umgesetzt. Es sollte jedoch keine exakte Kopie vom Baierner Kreuz gefertigt werden. So sollte entgegen dem Vorbild ein kompletter Korpus, statt der angedeuteten Wundmale (Füße, Hand) am Kreuz angebracht werden.
Es ist davon auszugehen, dass bereits 1935 die ersten Arbeiten für die Errichtung eines Arma Christi Kreuzes begonnen haben. Mit dem Schnitzen einer Christusfigur wurde Baptist Beßenreuther aus Hammerles beauftragt. Für den Lohn von 36 Reichsmark, einen Zentner Korn und einem Ster Holz, schnitzte Beßenreuther einen Korpus in einer Größe von 120 cm aus Eichenholz. Die Waffen und Werkzeuge sowie das Kreuz selbst wurden unter Anleitung von Pfarrer Maximilian Haueisen ebenfalls aus Holz gefertigt. Neben den Gebrüdern Haueisen haben mehrere Schwander an der Herstellung und Errichtung mitgewirkt. Namentlich wurden festgehalten Karl Hösl, Josef Kreuzer, Bongratz und Johann Dagner, Josef Schrembs und Lorenz Melzner.

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Arma Christi Kreuz Schwand von 1936

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Pfarrer
Karl Scherm

Von der Straße aus gesehen oberhalb dem landwirtschaftlichen Anwesen Haueisen wurden bereits um das Jahr 1850 drei einfache Holzkreuze zur Abwehr einer Milbenseuche errichtet. Da selbige bereits verwittert und verfallen waren, wurde an dieser Stelle das Arma Christi Kreuz aufgestellt.
Am Karfreitag, den 10.04.1936 wurde das Arma Christi Kreuz durch Pfarrer Karl Scherm geweiht.
Karl Scherm wurde am 25.03.1877 geboren und verstarb am 27.05.1962. Er wurde 1902 zum Priester geweiht und war vom 04.02.1920 bis 31.08.1956 Pfarrer in Parkstein.
Was ist aus den Gebrüdern Haueisen geworden? Max Haueisen ist am 16.06.1940 im 2. Weltkrieg gefallen. Baptist Haueisen ereilte das gleiche Schicksal und wurde am 06.04.1942 als gefallen gemeldet. Josef Haueisen bewirtschaftete das Anwesen in Schwand und verstarb im Jahre 2009. Der am 04.02.1917 geborene Ignaz Haueisen wurde 1947 zum Priester geweiht und verstarb 1997. Unter anderem war er Pfarrer von Premenreuth.

Bereits 1942 musste die Christusfigur auf Grund von Witterungsschäden restauriert werden.
1964 war das Flurdenkmal von Wind und Wetter gezeichnet und dem Verfall nahe. Zudem war am Standort des Kreuzes ein Kiesabbau für die Straße von Parkstein nach Schwand vorgesehen. So sah man sich gezwungen das Kreuz abzubauen. Lediglich das Kruzifix war in einem aufbewahrungswürdigen Zustand. Die Familie Haueisen, die bis dahin auch die Pflege des Kreuzes übernommen hatten, sicherten den Korpus.

Wiedererrichtung

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Arma Christi Kreuz Schwand

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Arma Christi Kreuz Schwand

Franz Zimmerer war es, der das Arma Christi Kreuz aus dem 15jährigen Schlaf der Vergessenheit holte. Franz Zimmerer war ehemaliger Bürgermeister der einst eigenständigen Gemeinde Schwand. Nach der Eingemeindung zu Parkstein im Jahre 1972 war er Gemeinderat, später Ortssprecher und Begründer der Dorfgemeinschaft. Bei Sitzweilgesprächen über Vergangenes erinnerte man sich des Flurdenkmals. So wurde 1979 auf Initiative von Franz Zimmerer der Beschluss gefasst, dass in gemeinschaftlicher Weise das Kreuz wieder errichtet werden soll. Als neuen Standort wählte man die kleine Anhöhe bei der Dorflinde, der ca. 100 Meter entfernt vom ursprünglichen Stellplatz liegt. An dieser Stelle stand in früheren Jahren ein Backofen. Glücklicherweise konnte die Familie Haueisen nicht nur mit dem verwahrten Kruzifix aufwarten, sondern stellten zudem ein detailreiches und gut erhaltenes Foto des ursprünglichen Kreuzes zur Verfügung. So konnten anhand der Größe der vorhandenen Christusfigur und dem Foto die Proportionen von Kreuz und Leidenswerkzeug errechnet werden. Einer exakten Rekonstruktion stand somit nichts mehr im Wege.

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Arma Christi Kreuz Schwand 1980

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Pfarrer
Andreas Greger

Das ursprüngliche Kruzifix musste zu einem 4stelligen D-Markbetrag restauriert werden. Mit der Herstellung der Leidenswerkzeuge aus Holz wurde Paul Fröhlich aus Weiden beauftragt. Zusätzlich wurde aus der Werkstatt Fröhlich eine Mutter Gottes geordert die am Fuße des Kreuzes angebracht wurde. Das Kreuz selbst fertigte die Dorfgemeinschaft aus Lärchenholz in Eigenregie. Franz Zimmerer bewerkstelligte zudem die Umzäunung des kleinen Rosengartens. Pressebericht
Am Samstag, den 10.05.1980 wurde das wieder errichtete Arma Christi Kreuz durch Pfarrer Andreas Greger im Rahmen einer Maiandacht geweiht.
Andreas Greger wurde am 12.04.1912 geboren und verstarb am 24.02.2002. Er wurde 1938 zum Priester geweiht und war vom 01.09.1956 bis 31.08.1982 Pfarrer in Parkstein.
Nach der Weihe gab es eine Feier im Gasthaus Melzner. Pressebericht

Seit der Wiedererrichtung wird das Umfeld des Kreuzes von der jeweiligen Familie gepflegt, die im jeweiligem Jahr die Betreuung der Kapelle über hat. Die Pflege und die Instandhaltung des Kreuzes selbst obliegt der Dorfgemeinschaft die auch die anfallenden Kosten trägt. Um die größten Witterungsschäden zu vermeiden, wird das Arma Christi Kreuz in aller Regel über die Wintermonate abgerüstet. Ende Oktober werden die Figuren sowie die Leidenswerkzeuge abgenommen und im Frühjahr, meist vor Ostern, wieder angebracht. Über die Wintermonate können sodann die einen oder anderen Reparaturen durchgeführt werden.
Im Zuge der umfangreichen Kapellenrenovierung im Jahre 1985, wurde auch das Arma Christi Kreuz komplett gereinigt und mit Witterungsschutz eingelassen. Mit einem Gottesdienst, der vor dem Kreuz stattfand, wurde die sanierte Kapelle wieder ihrer Bestimmung übergeben. Pressebericht
1992 wurde der komplette Leidenswerkzeug saniert. Ortssprecher Hans Hermann Konz befreite die Einzelteile von Witterungsrückständen und schliff die Oberflächen blank. Ewald Köstler sorgte für die Lasierung.
Im Jahr 2000 war erneut eine umfangreiche Sanierung erforderlich. Mittlerweile zeichneten sich auch am Kruzefix erhebliche Schäden ab. Im Zuge dieser Renovierung wurde der komplette Leidenswerkzeug und auch die Madonna farblich gestaltet. Selbige waren bis dahin in Natur. Pressebericht
2009 war die Umzäunung des kleinen Rosengartens auf Grund von Witterungsschäden defekt. Man entschloss sich die Umzäunung ersatzlos zu entfernen. Ohnehin hatte der Zaun das primäre Ziel die jeweilige Anpflanzung zu schützen. Schließlich war das Dorf Schwand zur Zeit der Errichtung im Jahre 1936 ausschließlich landwirtschaftlich geprägt. Freilaufende Tiere, insbesondere Hühner, hätten ohne Zaun leichtes Spiel gehabt. Da sich diese Umstände geändert haben und der Zaun vielmehr die Sicht auf eine Anpflanzung verhindert, war die getroffene Entscheidung folgerichtig.

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Arma Christi Kreuz Schwand 2010


Im Jahre 2010 stand das 100 jährige Jubiläum der Mariä Verkündigungskapelle an. Da der Festgottesdienst im Freien vor dem Arma Christi Kreuz stattfinden sollte, war natürlich ein entsprechendes Erscheinungsbild angezeigt. Im Zuge dieser Komplettrenovierung wurde klar, dass die mittlerweile stark geschädigte Christusfigur in nächster Zeit zu einer Neuanschaffung zwingt. Mit viel Aufwand wurden die beschädigten Bereiche in seine ursprüngliche Form modelliert.


Neuanschaffung der Christusfigur

Im Jahre 2016 wurde sodann eine neue Christusfigur angeschafft. Neben den vorgegebenen Abmaßen war noch die Frage des Materials zu klären. Man entschied sich für einen massiv vollplastischen Korpus aus Kunstharz. Die Figur wurde in Deutschland handwerklich hergestellt und auch per Hand coloriert. Um die Witterungsbeständigkeit nochmals zu erhöhen wurde und wird der Korpus mit einem Wachs eingelassen. Ein schriftlicher Aufruf im Ort wurde mit einer großartigen Spendenbereitschaft quittiert. Neben den Einwohnern von Schwand spendeten auch der Heimatverein Parkstein sowie die JU und CSU Parkstein. Mit dem obligatorischen Zuschuss der Marktgemeinde Parkstein, gedacht für Anschaffungen der Vereine, konnten somit die gesamten Anschaffungskosten von rund 1.300,00 € finanziert werden.
Am Sonntag, den 11.06.2017 segnete Pfarrer Pennoraj Tharmakkan aus Parkstein in einer abendlichen Andacht das Arma Christi Kreuz und die neue Christusfigur. Hierzu versammelten sich nahezu alle Einwohnen des Ortes. Im Anschluss begrüsste Ortssprecher Phillip Konz alle anwesenden und insbesondere die Bürgermeisterin Tanja Schiffmann aus Parkstein. Konz bedankte sich bei allen Spendern und lud zu einem gemütlichen Beisammensein im Schatten der Dorflinde ein. Ewald Köstler referierte über die Geschichte dieses Flurkreuzes und verteilte anschließend einen entsprechenden Flyer an alle Haushalte.

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Kreuzsegnung 2017

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Kreuzsegnung 2017

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Kreuzsegnung 2017

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Kreuzsegnung 2017

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Kreuzsegnung 2017

Scheyerer Kreuz der falsche Name

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Internetauszug Kloster Scheyern

Irrtümlicherweise wurde und wird das Kreuz in Schwand als Scheyerer Kreuz bezeichnet. Man scheint geneigt zu sein, alle Kreuze mit zwei Querbalken für Scheyerer Kreuze zu halten. Bei dem Heiligen Kreuz des Klosters Scheyern handelt es sich jedoch um ein byzantinisches Patriarchen Kreuz, welches einen Kreuzpartikel des Kreuzes aus Jerusalem beherbergt. Der zweite Querbalken symbolisiert die Kreuzinschrift. Das Heilige Kreuz von Scheyern ist ohne Korpus und auch ohne Leidenswerkzeug. Kreuze mit drei Querarmen heißen päpstliche Kreuze.
Der zweiter Querbalken des Kreuzes von Scheyern lässt daher keinen Rückschluss zu. Schließlich sind auch eine Vielzahl von Arma Christi Kreuzen bekannt, die nur einen Querbalken aufweisen. Ein zweiter Querbalken, wie beim Schwander Kreuz vorhanden, dient lediglich zur Befestigung der Waffen und Leidenswerkzeuge.
Vor diesem Hintergrund sind die bis ins Jahr 2010 hier veröffentlichten Presseberichte hinsichtlich der Geschichte und der Namensgebung differenziert zu betrachten.
Wie kam es zu dieser irrtümlichen Namensgebung?
Vielerorts wurden derartige Flurkreuze zur Abwehr von Unheil und Naturereignissen aufgestellt. Im Volksmund wurden diese Flurkreuze auch Schauer-, Wetter- oder Hagelkreuze genannt. Aus Schauerkreuz und der Tatsache eines zweiten Querbalkens könnte sich umgangssprachlich der Name Scheyerer Kreuz entwickelt haben.
Eine weitere Variante, und diese ist wohl am wahrscheinlichsten, ist auf die Umstände zur Zeit der Errichtung im Jahre 1935 zurückzuführen. Das Kreuz in Baiern, welches als Vorbild diente, wurde dort in einem nicht näher bekannten Zeitraum von einer Familie Scheuerer gepflegt. Umgangssprachlich wurde das Kreuz dort daher auch Scheuerer Kreuz genannt. Bei der damaligen mündlichen Überlieferung von Baiern nach Schwand, einzubeziehen ist hier auch die Oberpfälzer Mundart, wurde aus Scheuerer Kreuz das Scheyerer Kreuz. Sicherlich spielte auch hier der zweite Querbalken eine Rolle.

Symbolerklärung Arma Christi Kreuz

Die Gegenstände an einem Arma Christi Kreuz symbolisieren die Leidensgeschichte Christi. Symbole aus der christlichen Legende sowie genannte Waffen und Werkzeuge aus den Evangelien sind in unterschiedlichster Weise an einem Arma Christi Kreuz angebracht.

Am Arma Christi Kreuz in Schwand sind folgende Leidenswerkzeuge angebracht.

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Arma Christi Kreuz Schwand

Waschschüssel Die ganz oben angebrachte Waschschüssel symbolisiert die ungerechte Verurteilung. (Matthäus 27, 24) Als Pilatus sah, dass er nichts erreichte, sondern dass der Tumult immer größer wurde, ließ er Wasser bringen, wusch sich vor allen Leuten die Hände und sagte: Ich bin unschuldig am Blut dieses Menschen. Das ist euere Sache.

Würfel Die drei Würfel weisen darauf hin, dass das Los über das Gewand Christi entschied. (Markus 15, 24) Dann kreuzigten sie ihn. Sie warfen das Los und verteilten seine Kleider unter sich und gaben jedem, was ihm zufiel.

Hahn Der Hahn symbolisiert die Verleugnung durch Petrus. (Markus 14, 66-72) Und Petrus war unten im Hof. Da kam eine von den Mägden des Hohenpriesters; und als sie Petrus sah, wie er sich wärmte, schaute sie ihn an und sprach: Und du warst auch mit dem Jesus von Nazareth. Er leugnete aber und sprach: Ich weiß nicht und verstehe nicht, was du sagst. Und er ging hinaus in den Vorhof, und der Hahn krähte. Und die Magd sah ihn und fing abermals an, denen zu sagen, die dabeistanden: Das ist einer von denen. Und er leugnete abermals. Und nach einer kleinen Weile sprachen die, die dabeistanden, abermals zu Petrus: Wahrhaftig, du bist einer von denen; denn du bist auch ein Galiläer. Er aber fing an, sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht, von dem ihr redet. Und alsbald krähte der Hahn zum zweiten Mal. Da gedachte Petrus an das Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er fing an zu weinen.

Schweißtuch Das Schweißtuch der Veronika ist ein Gegenstand der christlichen Legende. Nach der christlichen Überlieferung hat Veronika ihr Tuch Jesus von Nazaret auf dessen Weg nach Golgota gereicht, um Schweiß und Blut von dessen Gesicht abzuwaschen. Dabei soll sich das Gesicht Jesu auf wunderbare Weise auf dem Schweißtuch als sogenanntes Veronikabild eingeprägt haben.
Die Bibel geht auf das Schweißtuch ebenfalls ein. (Johannes 20, 6-7) Da kam Simon Petrus ihm nach und ging hinein in das Grab und sieht die Leinen gelegt, und das Schweißtuch, das Jesus um das Haupt gebunden war, nicht zu den Leinen gelegt, sondern beiseits, zusammengewickelt, an einen besonderen Ort.

Fahnen Die beiden Fahnen links und rechts symbolisieren, dass die Hinrichtung bzw. Kreuzigung durch Soldaten (römische) durchgeführt wurde.

Lanze Die Lanze erinnert daran, dass Jesu Seite geöffnet wurde, um zu schauen, ob er schon tot ist. (Johannes 19, 31-37) Weil es aber Rüsttag war und die Leichname nicht am Kreuz bleiben sollten den Sabbat über – denn dieser Sabbat war ein hoher Festtag –, baten die Juden Pilatus, dass ihnen die Beine gebrochen und sie abgenommen würden. Da kamen die Soldaten und brachen dem Ersten die Beine und auch dem andern, der mit ihm gekreuzigt war. Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht; sondern einer der Soldaten stieß mit dem Speer in seine Seite, und sogleich kam Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr, und er weiß, dass er die Wahrheit sagt, damit auch ihr glaubt. Denn das ist geschehen, damit die Schrift erfüllt würde (2.Mose 12,46): Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen. Und wiederum sagt die Schrift an einer andern Stelle (Sacharja 12,10): Sie werden den sehen, den sie durchbohrt haben.

Schwert Das Schwert erinnert an die Verhaftung Jesu im Garten Getsemani. (Johannes 18, 10-11) Simon Petrus aber, der ein Schwert bei sich hatte, zog es, schlug nach dem Diener des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab; der Diener hieß Malchus. Da sagte Jesus zu Petrus: Steck das Schwert in die Scheide! Der Kelch, den mir der Vater gegeben hat - soll ich ihn nicht trinken?

Geißel (Peitsche) Die Peitsche erinnert an die Folter und Geißelung. (Johannes 19, 1) Darauf ließ Pilatus Jesus geißeln.

Stab mit Schwamm Der Stab mit Schwamm erinnert daran, dass man Jesus Essig zu Trinken gab. (Johannes 19, 28-30) Danach, als Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet. Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und steckten ihn auf ein Ysoprohr und hielten es ihm an den Mund. Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht!, und neigte das Haupt und verschied.

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Arma Christi Kreuz Schwand

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Arma Christi Kreuz Schwand

Großes Beil Das Beil symbolisiert ein Werkzeug, welches zur Herstellung eines Kreuzes erforderlich ist.

Schaufel Die Schaufel symbolisiert ein Werkzeug, welches zur Errichtung eines Kreuzes erforderlich ist.

Bohrer Der Bohrer symbolisiert ein Werkzeug, welches zur Herstellung eines Kreuzes erforderlich ist.

Kreuzestafel Das Schild (Tafel) mit der Aufschrift INRI hat Pilatus am Kreuz anbringen lassen. INRI sind die Initialen für den lateinischen Satz Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum. (Johannes 19, 19-22) Pilatus ließ auch ein Schild anfertigen und oben am Kreuz befestigen; die Inschrift lautete: Jesus von Nazaret, der König der Juden. Dieses Schild lasen viele Juden, weil der Platz, wo Jesus gekreuzigt wurde, nahe bei der Stadt lag. Die Inschrift war hebräisch, lateinisch und griechisch abgefasst. Die Hohenpriester der Juden sagten zu Pilatus: Schreib nicht: Der König der Juden, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der König der Juden. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben.

Kleines Beil Das kleine Beil symbolisiert ein Werkzeug, welches zur Herstellung eines Kreuzes erforderlich ist

Folterstab Der Folterstab symbolisiert die Marter und Geißelung vor der Kreuzigung (siehe auch Geißel).

Pickel Der Pickel symbolisiert ein Werkzeug, welches zur Errichtung eines Kreuzes erforderlich ist.

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Arma Christi Kreuz Schwand


Säge Die Säge symbolisiert ein Werkzeug, welches zur Herstellung eines Kreuzes erforderlich ist.

Hammer Der Hammer symbolisiert das Einschlagen der Nägel bei der Kreuzigung.

Zange Die Zange symbolisiert das Ziehen der Nägel bei der Abnahme des Leichnams Jesu.

Leiter Die an der Rückseite des Kreuzes angebrachte Leiter verweist auf die Abnahme des Leichnams durch Josef von Arimathäa. (Matthäus 27, 57-59) Gegen Abend kam ein reicher Mann aus Arimathäa namens Josef; auch er war ein Jünger Jesu. Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. Da befahl Pilatus, ihm den Leichnam zu überlassen. Josef nahm ihn und hüllte ihn in ein reines Leinentuch.

Vergelt`s Gott

all den Menschen die dieses wunderschöne Kreuz erbaut, renoviert und gepflegt haben. Vergelt`s Gott auch denen, die gespendet und nicht zuletzt denen, die vor diesem Kreuz gebetet haben. Mögen sich weiterhin Menschen finden, die dieses Kreuz pflegen und erhalten.

Recherchiert und verfasst von Ewald Köstler.

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